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Prävention statt Reparatur: Warum Gesundheit ein aktiver Prozess ist
grundlagen23. Jul 2026

Prävention statt Reparatur: Warum Gesundheit ein aktiver Prozess ist

Systemischer Kontext

Gesundheit ist kein Zustand, sondern ein Prozess, den wir aktiv mitgestalten können. Wer Präventionsmedizin und Ernährungsmedizin zusammendenkt, erkennt: Nahrungsergänzung, Mikronährstoffe und ärztlich verordnete Therapie sind keine austauschbaren Begriffe, sondern drei unterschiedliche Ebenen der Gesundheitsvorsorge mit jeweils eigenen Anforderungen.

1. Prävention bedeutet, Gesundheit aktiv zu gestalten – nicht erst zu reagieren, wenn bereits eine Erkrankung vorliegt. 2. Nahrungsergänzung, Mikronährstoffe und ärztlich verordnete Therapien sind drei unterschiedliche Ebenen mit unterschiedlichen Anforderungen und gehören nicht in einen Topf. 3. Viele Medikamente beeinflussen die Aufnahme von Vitaminen und Mikronährstoffen – ein guter Grund, dies aktiv mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.

Warum leben manche Menschen lange gesund, während andere trotz bester Absicht früh erkranken? Als Arzt begegne ich dieser Frage täglich – und die Antwort beginnt selten bei Nahrungsergänzung oder Medikamenten. Sie beginnt bei der Frage, wie wir Gesundheit überhaupt verstehen.

Die klassische Schulmedizin ist kurativ ausgerichtet: Sie wird aktiv, wenn eine Erkrankung bereits vorliegt, mit dem Ziel, den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen. Prävention denkt weiter. Wir verstehen Gesundheit als Prozess, den wir aktiv mitgestalten können – um sie zu erhalten und Beschwerden im frühen Stadium sinnvoll zu begegnen.

Wer bestimmt eigentlich, was gesund ist?

Lebensmittelindustrie und Pharmazie haben ein wirtschaftliches Interesse an Gesundheitsdebatten erkannt. Das macht Aussagen nicht automatisch falsch – aber es lohnt sich, kritisch zu fragen: Wer finanziert eine Studie, eine Kampagne, eine Empfehlung? Und verfolgt sie tatsächlich das Ziel, Menschen gut zu beraten?

Nicht jede Ergänzung ist gleich

In der Praxis unterscheiden wir konsequent zwischen drei Ebenen:

  1. Nahrungsergänzung im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung – für Menschen, die ihre tägliche Versorgung gezielt unterstützen möchten.

  2. Mikronährstoffe und bestimmte Vitalstoffe, deren Bedarf sich verändern kann – etwa in Schwangerschaft, Stillzeit, bei intensiver körperlicher oder beruflicher Belastung oder unter bestimmten Medikamenten.

  3. Ärztlich verordnete Therapien, die eine individuelle Untersuchung erfordern – Anamnese, körperliche Untersuchung und häufig Laboranalysen. Diese Ebene gehört in ärztliche Hände und ersetzt keine Selbstmedikation.

Ein Punkt, der oft übersehen wird

Viele Medikamente beeinflussen, wie der Körper Vitamine, Mikronährstoffe oder Hormone aufnimmt und verarbeitet. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, profitiert häufig davon, diesen Zusammenhang gemeinsam mit dem behandelnden Arzt zu besprechen – gezielt und individuell, nicht pauschal.

Auch bestimmte Lebensphasen erhöhen den Bedarf an bewusster Unterstützung: Schwangerschaft, Stillzeit, hohe berufliche oder sportliche Belastung. Rauchen und Alkoholkonsum wiederum erfordern häufig mehr als Nahrungsergänzung – hier steht die Lebensstilveränderung im Vordergrund, im Zweifel begleitet durch eine Therapie.

Unser Fazit als wissenschaftlicher Beirat von devyne

Gesundheit lässt sich nicht outsourcen – weder an die Industrie noch an einzelne Produkte. Sie beginnt mit einer bewussten Ernährung, wird durch einen reflektierten Lebensstil getragen und kann dort, wo sinnvoll, durch sorgfältig ausgewählte Nahrungsergänzung im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung unterstützt werden. Individuelle Fragen zu Medikamenten, Mikronährstoffen oder bestehenden Erkrankungen gehören immer in ein ärztliches Gespräch.

Dr. med. Michael Greis ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie mit den Schwerpunkten Präventionsmedizin und Ernährungsmedizin (DAEM/DGEM) und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von devyne.

Die ehrliche Einschränkung

Was diese Methode nicht leistet

Dieser Beitrag gibt eine persönliche fachliche Einordnung wieder und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Wer Medikamente einnimmt, an einer Erkrankung leidet, schwanger ist oder stillt, sollte Fragen zu Nahrungsergänzung, Mikronährstoffen oder Lebensstiländerungen immer mit dem behandelnden Arzt besprechen.

Wissenschaftliche Quellen

Fachliche Einschätzung von Dr. med. Michael Greis, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie mit den Schwerpunkten Präventionsmedizin und Ernährungsmedizin (DAEM/DGEM), auf Grundlage seiner langjährigen Praxiserfahrung.